Swapnils Handel mit 0-en und 1-en, oder: Computer sind für alle da

Wir verlassen die holprige Straße und biegen auf einen Sandweg ab, der sich durch die sonnenverwöhnte Steppe schlängelt. Vorbei an Dörfern und den Weg durch eine Ziegenherde bahnend, finden wir uns plötzlich in einem indischen Dorf wieder. Die Menschen hier machen gerade Mittagspause und schauen neugierig zu, was die Besucher hier wollen.

Plötzlich stehen wir also in diesem Dorf, in dem einer von Swapnils Kunden wohnt. Dieser Kunde ist gerade einmal 15 Jahre alt und hat vor einiger Zeit einen Computer von Swapnil gekauft. Er ist einer von vielen Kindern, die Swapnil mit seiner Geschäftsidee unterstützt, mit einem Computer für die Schule lernen zu können.

Swapnil ist studierter Chemiker, seine eigentliche Liebe gilt aber den Computern. Sein Onkel ist nicht ganz unschuldig daran, denn er hat mit seinen Computerkursen Swapnils Begeisterung dafür geweckt. Swapnil hat zunächst für eine Firma gearbeitet, die Computer repariert. Er beobachtete, dass viele Aufträge aus den umliegenden Dörfern kamen, sich jedoch niemand so recht darum kümmerte. Und so wurde die Idee geboren, sich auf diesen (Nischen-)Markt zu konzentrieren.

Sein Geschäftsmodel sieht vor, günstige Computer zu beschaffen oder kaputte zu reparieren, um diese vor allem an die Kinder in den umliegenden Dörfern zu verkaufen. Um den sicheren Umgang damit zu erlernen, bietet er am Wochenende auch Computerkurse an.

Die ständigen Stromschwankungen und Kunden, die nicht so recht mit den Computern umgehen können, sorgen darüber hinaus für einen stetigen Strom an Reparaturen. Das ist seine sicherste Einnahmequelle.

Sein Vater ist besonders stolz auf seinen Sohn und er freut sich, dass er gefunden hat, was ihm Spaß macht und damit seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Und erleichtert ist er noch dazu, denn sein Einkommen hat die Familie durch eine schwere Zeit gebracht: Swapnils Mutter ist schwer krank und hat gerade ihre letzte Chemotherapie erhalten. Heute kommt sie auch zu unserem Treffen dazu.

Swapnils will nun sein Geschäft ausbauen und weiter wachsen. Dafür will er Partnerschaften mit Computer-Training-Centern eingehen. Doch wie kann sichergestellt werden, dass diese ihre Computer dann auch über ihn beziehen und kein eigenes Geschäft aufbauen? Wie viel Wachstum ist überhaupt möglich, wie sehen mögliche Geschäftsmodelle dafür aus? Die ersten Ideen wurden beim gemeinsamen Mittagessen entworfen. Ob sie der Realität standhalten, wird sich zeigen müssen. Swapnil jedenfalls ist voller Energie und Tatendrang.

Das Geschäft im Überblick

  • Unternehmer: Swapnil Jaddale, 28 Jahre
  • Geschäftsidee: Computer Zusammenbau, Reparatur und Training
  • Lokation: Pimpri-Chinchwad, Maharashtra, Urban (Pune)
  • Soziales Problem: Zugang zu Computern in Dörfern, Training, Arbeitslosigkeit
  • Investition: 4432 €
  • Persönliche Investition: 198 €
  • Investionszeitraum: 2 Jahre
  • Geschaffene Arbeitsplätze: 1 Auszubildender
  • Differenzierung: Geprüfte Ersatzteile, kundenfreundliche Reparatur-
  • Service (Lieferung in Dörfer), kleinere Softwarelösungen
  • Leidenschaft: Lösung von Computer Problemen

 

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