Viveks Traum vom feinen Garn: um diesen zu verwirklichen, zieht er die richtigen Fäden

Kunden wollen Vielfalt, sagt Viveks Vater. Und Vivek pflichtet ihm bei: „Für mich ist ein Unternehmer jemand, der die Bedürfnisse des Kunden versteht, daraus ein Produkt entwickelt und Arbeitsplätze schafft.“ Sein großes Vorbild ist ein bekannter Unternehmer, der ein paar Orte weiter wohnt und der mit seinem Fahrrad Erfrischungsbonbons verkauft hat und jetzt über eine ganze Reihe von Geschäften verfügt.

Seinen Unternehmersinn hat Vivek immer vor Augen. Auch als er sein Produkt vor einigen Wochen, während Diwali, dem indischen Lichterfest, zum ersten Mal getestet hat. Sein Produkt sind Garnrollen für Webstühle. Elektrische Webstühle gibt es überall in dem Gebiet, in dem er lebt. Hier, fünf Autostunden von Pune entfernt, arbeiten die meisten Menschen als selbstständige Kleinunternehmer, sie besitzen einen Webstuhl und verarbeiten eben diese Garnrollen.

Bevor Vivek selbst Unternehmer wurde, hat er mit seinem Vater zusammen Garnrollen für einen unter den drei großen indischen Anbietern vertrieben. Das Geschäft und die Kunden waren ihm also schon sehr gut bekannt, als er vor einem halben Jahr ein Schlüsselerlebnis hatte. Ein Kunde fragte ihn nach Preisnachlässen, wies ihn aber gleichzeitig darauf hin, dass er bei der Qualität keine Abstriche machen wolle.
Die Frage machte Vivek nachdenklich. Dazu muss man wissen, dass in den Verkauf der Garnrollen der großen Hersteller viele Zwischenhändler eingebunden sind. Warum also nicht ein paar der Zwischenhändler umgehen, in dem man selbst Garnrollen anbietet? So könne bei gleichbleibender Qualität der Preis reduziert werden.

Seine Augen strahlen vor Freude, wenn er davon berichtet, wie seine Kunden auf sein Produkt reagieren. Froh spricht er davon, wie er in einem Seminar darauf aufmerksam gemacht wurde, sich mit seiner Idee bei ‚Be!Fund‘ zu bewerben. Der größte Anschaffungsposten ist eine Maschine, die zum Aufspulen der Garnrollen benötigt wird. Kein Betrag, den man als unerfahrener Unternehmer mal eben bei der Bank bekommen würde.

Dieses Kapital hat er nun und eine gebrauchte Maschine steht auch schon bereit. Sein Weg dahin war allerdings von großen Selbstzweifeln geplagt. Werden die Kunden sein Produkt überhaupt kaufen wollen, wenn sie eigentlich schon lange auf ein anderes Produkt schwören? Zudem warnte ihn sein Onkel, ob er diese große Herausforderung wirklich annehmen wolle und dass er doch arg jung sei.

Vivek traute sich den Schritt trotzdem zu. Er war sich sicher, dass die Erfahrung und das Netzwerk seines Vaters ihm den Weg ebnen würden. Und er sollte Recht behalten. Der vergünstigte Einkaufspreis und das langgewachsene Netzwerk sorgen für eine gute Resonanz auf sein Produkt.

Sein Vater erzählt, wie stolz er ist und wie nun alle auf Viveks Fähigkeiten vertrauen. Er selbst kümmert sich jetzt um den Vertrieb an neue Kunden, während sein Vater die Bestandskunden betreut. Seine Mutter pflichtet dem bei. Aber Vivek schwelgt schon in Plänen, wie er das Geschäft weiter ausbauen möchte. Er will eine größere Vielfalt anbieten und weiter wachsen.

Das Geschäft im Überblick

  • Unternehmer: Vivek Fatale, 23 Jahre
  • Geschäftsidee: Garnrollen für Webstühle aufspulen
  • Lokation: Ichalkaranji, Kolhapur, Maharashtra, Kleinstadt (Pune)
  • Soziales Problem: Angebot von qualitativen aber günstigeren Garnrollen für die lokalen Weber, Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Investition: 5986 EUR
  • Persönliche Investition: 858 EUR
  • Investionszeitraum: 3 Jahre
  • Differenzierung: Günstigerer Preis, Persönlicher Service, Kundennähe
  • Leidenschaft: Bedürfnisse der Kunden verstehen, mit ihnen sprechen und Produkt entwickeln, dass neue Arbeitsplätze schafft

 

 

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