Analoges Web(en) mit Siri und Sari

Vor nicht allzu langer Zeit hat der Gründer des heute bedeutendsten sozialen Netzwerkes, Mark Zuckerberg, ein so genanntes indisches „Referenzdorf“ besucht. Die dort lebenden, so genannten „Referenzbewohner“ zählen zu den 15 Prozent der Weltbevölkerung, die noch kein Internet haben. Das Netzwerk möchte dies ändern. Mit einer Initiative soll das Internet auch dort verfügbar gemacht werden und die Menschen sollen motiviert werden, es zu nutzen.

Damit im Silicon Valley die Bedingungen eines indischen „Referenzdorfs“ möglichst originalgetreu simuliert werden können, hat man eigens zu diesem Zweck ein Labor eingerichtet. In diesem findet sich alles, was sich vor Ort auch findet oder eben nicht: geringe Bandbreite, „einfache“ Telefone und Menschen, die noch niemals zuvor mit dem Internet in Berührung gekommen sind. Das ist wohl auch gut so, denn im Lab hat man überraschenderweise festgestellt, dass die Apps vor Ort wohl eher nicht funktionieren würden.

Obliraj stört das für’s Erste gar nicht. Auch wenn er auf den ersten Blick ein Informatikstudent sein könnte, geht es bei ihm um ein rein analoges Geschäft – nämlich das Herstellen von Saris.

Von den einst 5000 Webereien in der Umgebung sind in den letzten Jahren nur noch ungefähr 300 übrig geblieben. Und wirklich angesagt ist dieses Handwerk unter Jungen Leuten auch nicht mehr. Auf der anderen Seite legt man in Indien allen Automatisierungstrends zum Trotz immer mehr Wert auf handgewebte Saris.

An drei Webstühlen können parallel je zehn Saris gefertigt werden, in denen reine Seide verarbeitet wird, und die sich so durch Langlebigkeit auszeichnen. Mit seinem Gewinn Möchte Obliraj weiter studieren und mit seinem Wissen sein Geschäft weiter ausbauen. Sein Vorbild inspiriert: Viele Altersgenossen fragen ihn aus, wie es denn so sei mit dem Risiko und dem Dasein als Unternehmer.

Wir sind gespannt, welche Ideen vielleicht bald aus seiner Nachbarschaft kommen werden. Vielleicht auch die erste Sari App. Wer weiß. Seine Saris bietet Obliraj jedenfalls schon im Netzwerk an. Ihm wird der Ausbau des Internets also zu Gute kommen.

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